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Editorial

Ein Ereignis, das jubeln lässt

von Guido Horst

Das Gemälde auf dem Titelblatt stammt von dem spanischen Maler José Lull aus Valencia. Wir möchten uns bei dem Künstler sehr dafür bedanken, dass wir es als Cover-Foto abdrucken dürfen.

Wir wissen nicht, wie die kleine Herde in Myanmar und Bangladesch, der Papst Franziskus gerade einen Besuch abgestattet hat, den Advent begeht und Weihnachten feiert. Wir wissen auch nicht, wie das ihre Glaubensbrüder in den zerschossenen Städten und Dörfern Iraks und Syriens tun, oder die geflüchteten Christen in den Lagern Jordaniens und des Libanon. Wir wissen nur zweierlei: Dass wir es einfach gut haben, trotz der Polemik und Aufregung, die manche innerkirchliche Auseinandersetzung der letzten Monate prägte – und trotz der Sorgen, die nach Europa drängenden Flüchtlinge könnten unseren Wohlstand gefährden.

Und wir wissen ein Zweites: Die Glocken, die die drei Messdiener auf der Titelseite zur Ehre Gottes läuten und die seit dem fünften und sechsten Jahrhundert zu unser christlichen Kultur gehören, sind keine Totenglocken, sondern jubeln über das Ereignis, das im Festkalender der Kirche vor uns liegt: Die Menschwerdung Gottes ist kein Mythos und keine fromme Legende, sondern ein Faktum in der Geschichte, das der Welt den Erlöser zeigte. Ausgangspunkt der Geschichte des Christentums war Jesus von Nazareth, seine Fortdauer in der Geschichte fand es in der von ihm gegründeten Versammlung der Christgläubigen, der Kirche.

Und die jubelt zu Weihnachten – darüber, dass der Glaube an die Epiphanie, an das Erscheinen des Gottes auf Erden an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit immer wieder auf fruchtbaren Boden fiel. Kein Vorurteil und keine scheinbar noch so begründete Alternative haben die Möglichkeit einer Selbstoffenbarung Gottes endgültig und für alle Zeiten widerlegen können. Der christliche Glauben gibt allem Anschein nach auf Fragen und Hoffnungen eine Antwort, die dem innersten Sehnen des menschlichen Herzens zutiefst entspricht – heute wir vor zweitausend Jahren. Die Gemeinschaft der an Christus Glaubenden „verkauft“ keine Idee, sondern verweist auf Den, der Ursprung alles Lebens ist: Sie verkündet die Offenbarung Gottes und deren Fortdauer in der Geschichte, mit anderen Worten die Erscheinung Jesu Christi in der Welt und seinen Verbleib unter den Menschen mittels der Kirche.

Grund genug, auf unserem Titelblatt die Glocken läuten zu lassen und unseren Leserinnen und Lesern das zu wünschen, was die postchristlichen Gesellschaften des Westens hinter so viel Kitsch und Kommerz verschwinden lassen wollen: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade“. So erfuhren es die Hirten von dem Heer der Engel, das die Geburt des Gottessohns verkündete. Möge diese Gnade der Epiphanie alle aufrichten, die in den vergangenen Monaten oftmals nur Gründe sahen, bedrückt und verzagt zu sein.


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