VATICAN-magazin

Die pilgernde Redaktionskonferenz

Von Mahl zu Mahl

Heute „Pizzeria Bella Napoli“
Viale Giulio Cesare, 120
00192 Roma
Telefon: (0039) 06 / 372 11 16

Afrikanische Bischöfe „sollen uns nicht zu sehr erklären, was wir zu tun haben“, hat Walter Kardinal Kasper den Kollegen Edward Pentin im Oktober 2014 wissen lassen, obwohl der heilige Bischof Augustinus doch ein Afrikaner war, der die römisch- katholische Kirche wie kaum ein anderer der Väter belehrt hat. Kardinal Kasper, die Muse von Papst Franz, wie manche in Rom den gelehrten Kirchenmann nennen, hatte seine Bemerkung in Unkenntnis getan, dass heute für die authentische Aufzeichnung eines Gesprächs ein mitlaufendes iPhone in der Reverstasche völlig genügt. Digitaler Journalismus eben. Der Lapsus galt als Kardinal Kaspers „Afrika-Gate“. Er hat es damals von sich abgeschüttelt wie eine Gans das Wasser.

Doch nun hat der Heilige Vater höchstpersönllich Kardinal Robert Sarah, den afrikanischen Mitbruder Walter Kaspers aus Guinea, auf eine Weise zusammengebürstet, dass selbst Lutz Ring-Eifel die Spucke wegblieb, dem ebenso geschätzten wie abgebrühten Chefredakteur der KNA, der die öffentliche Zurechtweisung einen „einmaligen Vorgang“ nannte. Er könne sich nicht erinnern, so etwas jemals in seiner langen Zeit als Vatikan-Beobachter erlebt zu haben.

Sollen wir nun also ein neues Heft zur Barmherzigkeit zusammenstellen, dem Lieblingsthema des Papstes und Kardinal Kaspers? Oder vielleicht zur „Theologie des Knüppels“? Nein, völlig unmöglich! Diesen schönen Titel haben wir vor Jahren schon einmal Papst Benedikt gewidmet, dessen schwerster Knüppel doch immer nur der zarte Bleistift in seinen Händen war. Lachhaft, nicht wahr? Und das von uns! Der Begriff ist seitdem jedenfalls verbrannt. Oder sollen wir dieses Heft Afrika widmen? Nein, so weit sind wir noch nicht. Zu dem brüllenden Löwen auf dem Titel sind wir diesmal durch eher himmlische Regie gekommen. Das ging so.

Vor dem „Bella Napoli“ lacht uns ein glühender Holzkohleofen warm aus dem Innern an. Doch die Sonne auf der Viale Giulo Cesare lacht noch lauter. Also lassen wir uns draußen nieder und bestellen: Baccalà fritto mit Zitrone für den Chef und ein Filet vom Grill mit Wegwartekringel aus der Pfanne mit Chili und Knoblauch. Dazu Penne arrabiata und Bratwurst mit Kartoffeln aus dem Ofen. Doch es dauert, bis der prickelige Weißwein kommt. Die Bedienung hat ihn vergessen, weil sie derweil die Küche putzt, wie wir feststellen, als wir mal nachfragen gehen.

So können wir uns aber schon mal in aller Ruhe der Heftplanung widmen und den starken Stücken, die wir dafür wieder in der Tasche haben: den Geschichtskrimi um die Wahl Papst Martin V. („Als das Papsttum an einem seidenen Faden hing“), unsere Bild-Berichte um die alten Märtyrer Roms und die neuen Märtyrer in Indien, die Rückkehr der Christen in den Irak, den Rebellendichter Ulrich Schacht, die letzte Schlacht des Kirchenstaates, das bewegende Leben Grignons von Montfort und Marie Louise Trichets. Ein prall gefülltes Heft – und dennoch, ein wenig ist uns nach „Warten auf Godot“ zumute, und dem Warten auf den wirklich neuen Ton, dem wir endlich gerne Raum bei uns geben möchten. Derweil kommen die Penne aus der Küche, okay aber nicht wirklich arrabiat. Alles wird ein wenig unsynchron serviert. Irgendwann kommt auch die Wurst mit Kartoffeln. Doch sie sind völlig „verprötscht“, wie es bei uns zuhause hieß. Entweder haben sie die ganze Nacht im Ofen verbracht, oder sie stehen jetzt zum zweiten Mal auf dem Tisch. Da können sie auch gern noch ein drittes Mal stehen, denn sie gehen komplett in die Küche zurück. Es könnte ein sehr gutes Lokal sein, doch dazu sollte man sich wohl besser etwas näher an den Ofen setzen.

Hundert Jahre, nachdem Maria die Kinder in den Abgrund schauen lassen, soll nun auch die Hölle abgeschafft werden, haben wir gehört. Was sagte Sartre dazu? „L’enfer, c’est les autres!“ Wer wollte diese Hölle je abschaffen?! Doch das ist nun endlich auch der Moment, wo wir Salvatore Joseph Cordileone zm selben Thema zu Wort und auf den Titel kommen lassen müssen. Sein Name mag vielleicht an Marlon Brando oder andere „Paten“ denken lassen. Er ist aber der Erzbischof der nicht komplett heiligen Stadt Sankt Franziskus in Kalifornien, bei dem tätsächlich einmal die Person mit dem Namen in eins fällt, als Heiland Joseph Löwenherz, als neue Hoffnung der Kirche und „Pate“ dieses Heftes , der so stark zu brüllen weiß, dass es bis in Rom zu hören ist – und jetzt auch bis München und Köln, Berlin und Wien.


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