VATICAN-magazin

Literatur mit Geist und Seele

Apokalyptischer Versöhner

Für eine Ökumene des Glaubens: Wladimir Sergejewitsch Solowjow

von Stefan Meetschen

Es gibt wohl nicht viele Werke, welche die Anhänger von Papst Benedikt XVI., Esoteriker und Anhänger der Anthroposophie gleichermaßen begeistern. Die „Kurze Erzählung vom Antichrist“ des russischen Philosophen Wladimir Sergejewitsch Solowjow (1853–1900) ist solch ein seltenes Buch. Auf wenigen Seiten, integriert in das Werk „Drei Gespräche“, entfaltet der Autor darin ein Panorama der Endzeit, das nicht nur Elemente der biblischen Offenbarung des Johannes aufgreift, sondern geradezu wie ein Zeitungsbericht aus der Ära der Postmoderne anmutet. Europa – so schildert es Solowjow aus dem östlichen Blickwinkel des neunzehnten Jahrhunderts hellsichtig – wirkt im Jahr 2077 nach langer islamischer Fremdherrschaft so geschwächt in seiner religiösen und politischen Identität, dass der Aufstieg eines Mannes zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Europa und schließlich sogar zum Kaiser des neu-etablierten Römischen Reiches möglich wird, der es nicht gut meint mit den Seelen, obwohl er doch – was der emeritierte Papst in seiner Jesus-Trilogie realiter ausdrücklich erwähnt – an der Universität Tübingen den Ehrendoktortitel erhalten hat und als „großer Bibelgelehrter“ gilt.


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