VATICAN-magazin

Von Bahnhof zu Bahnhof

Bettel-Geschäftsmodelle

von Alexandra Linder

Frankfurter Hauptbahnhof. Da gibt es so einen Schnell-Asiaten mit köstlichen Kleinigkeiten und ich decke mich für die Pampa-Fahrt ins Sauerland ein, als mich jemand von der Seite anspricht: Ob ich einen Euro hätte. Spontan biete ich statt Geld asiatische Küche an – er soll sich etwas aussuchen und ich lade ihn ein. Er zögert kurz, willigt dann ein und zieht mit seiner Nudel-Hähnchenbox von dannen. Will er das verkaufen? Gegen Drogen tauschen? Mit jemandem teilen? Oder einfach irgendwo in Ruhe genießen? Egal. Der Papst hat gesagt, wir sollen immer was geben, also machen wir das. Naja, meistens jedenfalls. Als reguläre Reisevorbereitung kommt Münzgeld in die Jackentasche, um für Bettelansprachen gerüstet zu sein, ohne das Portemonnaie (die neudoofe Schreibweise dafür fällt mir gerade nicht ein) zücken zu müssen. Frankfurt und Berlin schießen meist den Vogel ab: durchschnittliche Hastemal´neuroansprechzahl pro Viertelstunde drei Personen. Natürlich sieht man manchen an, wofür sie das Geld investieren werden. Wenn man jedoch auf Bahnsteig 21 in Abschnitt G einen Zug erhofft, fehlt die Gelegenheit für eine Essenseinladung. Also Augen zu – nein, bloß nicht, die Taschendiebe! –, freundlich lächeln.


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