VATICAN-magazin

Aus dem Logbuch des Schiffs Petri

Dem Heil der Seelen verpflichtet

Die in diesem Monat beginnende Fastenzeit lädt dazu ein, einen Blick auf einen ganz besonderen päpstlichen Gerichtshof, die Apostolische Pönitentiarie, zu werfen

von Ulrich Nersinger

Bewohner und Besucher der Ewigen Stadt konnten bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts hinein an einer ungewöhnlichen Zeremonie teilnehmen. Mit der „bacchetta“, einem rutenähnlichen Stab, gewährte der Kardinalgroßpönitentiar den Gläubigen an bestimmten Tagen in der Karwoche einen besonderen Ablass, den Nachlass zeitlicher Sündenstrafen auf hundert Tage. Die Zeremonie fand am Palmsonntag in der Lateranbasilika, am Mittwoch der Karwoche in Santa Maria Maggiore sowie am Gründonnerstag und am Karfreitag in Sankt Peter statt. Der Purpurträger nahm den Stab in die Hand und berührte mit ihm leicht die Häupter der vor ihm knieenden Gläubigen. Der Ursprung dieser Geste weist in die Antike. Wollte im alten Rom jemand seinem Sklaven die Freiheit schenken, führte er ihn vor den Prätor, um die Urkunde der Freilassung ausstellen zu lassen. Bei der Übergabe derselben erteilte der Herr seinem Sklaven einen Schlag, den letzten, den er ihm geben durfte – als Zeichen der Entlassung.


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