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Der katholische Priester – Reizfigur in kosmischem Gewitter

Die Geschichte einer gescheiterten Intervention: Der Beitrag des emeritierten Papstes Benedikt über das Priestertum der Kirche kam unter die Räder einer wüsten Polemik, an der das französische Verlagshaus Fayard nicht ganz unschuldig ist

von Guido Horst

Benedikt XVI. teilt während seiner letzten Ostermesse als amtierender Papst auf dem Petersplatz die Kommunion aus.
Foto: Paul Badde

Es wäre gut gewesen, wenn zumindest in einigen Medien, vor allem den katholischen, einige Kerngedanken des Beitrags von Benedikt XVI. zum Kleriker-Buch von Kardinal Robert Sarah Aufmerksamkeit gefunden hätten. Denn der emeritierte Papst hat mit seiner exegetischen Skizze zur Umwandlung des alttestamentlichen Priesterbilds durch den Hohepriester Jesus Christus beim Letzten Abendmahl in das Priestertum des Neuen Bundes hinein gleich mehrere tragende Säulen des priesterlichen Dienstes in der katholischen Kirche freigelegt. Bei Joseph Ratzinger fällt das Wort „wesensmäßig“, ontologisch. Das Priesteramt ist kein funktionales mit Blick auf das Gesetz oder einen zu vollziehenden Kult, sondern wesensmäßig auf Gott hin geordnet. So wie der Stamm Levi kein Land als Erbe erhielt und landlos lebte, lebt auch der Priester in einer radikalen Zugehörigkeit zu Jesus Christus: Er „lebt allein von Gott und für Gott“. Und: „In den Klerus eintreten heißt, auf ein eigenes Lebenszentrum zu verzichten.“ Was dann auch den Verzicht auf Ehe und Familie einschließt. Und schließlich geht das Priestertum auf Jesus Christus zurück, der es als Hohepriester selber für alle Zeit mit der Eucharistie verbindet. Das alles hätte die eindimensionale Verkürzung der Debatte um das Priesteramt nach den Missbrauchsskandalen und -studien auf die Frage nach Macht und einen angeblich zum Männerbündischen neigenden Klerikalismus aufbrechen können. Doch dann kam alles anders.


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