VATICAN-magazin

Disputa

An der Kirche irre werden?

Die Unterscheidung von Ewigem und Zeitlichem, von Heiligem und Sündhaftem

Was geschieht, wenn einzelne Amtsträger der Kirche sich ihrer Berufung nicht als würdig erweisen? Wenn Schutzbefohlene ausgerechnet dort missbraucht werden, wo sie sich an Leib und Seele am sichersten fühlen müssten? Nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für Bischöfe und Theologen stimmt dann etwas mit der Kirche als solcher nicht. Aber sie unterliegen einem Denkfehler. Sie sehen nicht, dass man das Ewige vom Zeitlichen und das Heilige vom Sündhaften unterscheiden muss – wie es unser Autor auf den folgenden Seiten tut.

Klosterfriedhof im Schnee. Gemälde von Caspar David Friedrich (1774–1840).
Foto: Xpress

Die Beichte des Kardinals

Kirche zwischen Petrus und Satan

von Guido Rodheudt

Es ist der Patriarch von Venedig, den man durch die Gassen der Lagunenstadt gehen sieht. Bekleidet mit einem Regenmantel, darunter ein schwarzer Zivilanzug mit schwarzer Krawatte, auf dem Kopf ein Hut, von dem die Regentropfen herunterperlen. Ein ungewöhnliches Bild. Die Szene des Films spielt irgendwann in den Jahren zwischen 1953 und 1958. Angelo Giuseppe Kardinal Roncalli sieht aber darin so gar nicht aus, wie man ihn kennt. Keine gedrungene Gestalt, kein kahler Charakterkopf, keine markante Hakennase. Stattdessen schlank und mit vollem schwarzen Haar. Es ist heller Tag. Die Menschen hasten geschäftig durch das vom heutigen Kreuzfahrttourismus noch weit entfernte Venedig. Sie tuscheln untereinander. Der Kardinal schreitet unerkannt und bedächtig daher. Die Kamera ist auf sein Gesicht gerichtet, das sich in milder Neutralität dem Beobachten hingibt.


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