VATICAN-magazin

90 Jahre Lateranverträge

Die Geburt eines neuen Staates

Vor neunzig Jahren entstand auf der Landkarte der souveräne „Staat der Vatikanstadt“. Fast sechs Jahrzehnte nach dem Ende des alten Kirchenstaates verfügte der Papst wieder über ein eigenes weltliches Territorium. Die „Schwangerschaft“, die zur Geburt des Vatikanstaates führte, war langwierig und verlief nicht ohne Komplikationen

von Ulrich Nersinger

Die Eroberung von Rom durch die Bresche an der Porta Pia am 20. September 1870.
Foto: Archiv Nersinger

Nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrschaft über Europa hatte der Wiener Kongress (1814/15) die alte Ordnung des Kontinents wiederhergestellt. Doch die Restauration war trügerisch. Revolutionen und das Streben nach nationaler Einheit gewannen immer mehr an Einfluss. In Italien blieb auch der Kirchenstaat von dieser Entwicklung nicht verschont. Gegen das „dominium temporale“, die weltliche Herrschaft der Päpste, wurde von national orientierten Kräften zu Gunsten eines Einheitsstaates auf der apenninischen Halbinsel zum Kampf aufgerufen. 1859 verlor Pius IX. (Giovanni Maria Mastai Ferretti, 1846–1878) die Romagna, ein Jahr später musste er auf die Herrschaft über die Marken und Umbrien verzichten. Dem Papst verblieb nur noch das „Patrimonium Petri“ (Rom und Umgebung). Im September 1870 besetzten piemontesische Truppen in einem Gewaltakt auch dieses bescheidene Überbleibsel des einst so mächtigen Kirchenstaates und verleibten es dem Königreich Italien ein.


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