VATICAN-magazin

Disputa

„Wir sind auf halbem Wege“

Papst Franziskus und die Synodalität der Kirche

Dass Papst Franziskus eine Kirche will, deren Leitung synodaler ist, ist ein offenes Geheimnis. Der Wunsch des Zweiten Vatikanums, sagte er bei der Fünfzig-Jahr-Feier der Bischofsynode am 17. Oktober 2015 im Vatikan mit Blick auf die Bischofskonferenzen, „diese Organismen könnten zu einer Stärkung der Mentalität bischöflicher Kollegialität beitragen, hat sich noch nicht völlig erfüllt. Wir sind auf halbem Wege, auf einem Teil des Weges.“ In diesem Sinn spüre er „die Notwendigkeit, in einer heilsamen Dezentralisierung voranzuschreiten“. Ist das Tauziehen um die Kommunionzulassung eines nicht-katholischen Ehepartners in Deutschland nun ein Paradebeispiel dafür, wie diese „heilsame Dezentralisierung“ aussehen kann? Unser Autor versucht eine Antwort.

Der Stich aus dem Jahr 1786 zeigt die Synode von Pistoia in der Kirche San Benedetto.
Foto: Xpress

Ein Arbeitsauftrag des Konzils

Zur Frage, ob die Lehrautorität der Bischofskonferenzen eine Zerschlagung der Kirche oder ein legitimer Weg der stärkeren Einbindung der Partikularkirchen ist

von Markus Büning

Die Debatte, die sich jüngst angesichts der römischen Reaktion auf den „Kommunionbeschluss“ der Deutschen Bischofskonferenz entwickelt hat, lässt in mehrfacher Hinsicht aufhorchen. Gerade im konservativen Lager der Kirche wittert man wieder den Generalverdacht gegen den amtierenden Papst, der offenkundig nicht in der Lage sei, sein Magisterium im Sinne des katholischen Dogmas pflichtbewusst auszuüben. In der Aufforderung an die deutschen Bischöfe, nunmehr dafür Sorge zu tragen, einen einmütigen Beschluss in besagter Sache zu fassen, wird ein Kneifen und Ausweichen des Papstes gesehen, welches die Kirche in ihren Grundfesten zu erschüttern drohe. So zeigte der Utrechter Kardinal Willem Jacobus Eijk sein Unverständnis über das Vorgehen Roms und witterte bereits eine gewisse Endzeitstimmung.


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