VATICAN-magazin

Disputa

Teil der Lösung – oder Teil des Problems?

Der Vatikan und das Bischofstreffen Ende Februar zum Missbrauch

Noch nie sind die Spitzen aller Bischofskonferenzen der Welt mit Kurie und Papst zusammengekommen, um über eine drängende Not der Kirche zu beraten. Die „Mini-Synode“ in Rom vom 21. bis 24 Februar zum besseren Schutz von Kindern und Heranwachsenden vor sexuellen Übergriffen von Klerikern soll eine Mischung aus Arbeitstreffen und geistlicher Einkehr sein. Laut einer Mitteilung des Vatikans werde es Vollversammlungen geben, mit den Wortmeldungen der Teilnehmer, sowie Sitzungen von verschiedenen Arbeitsgruppen, aber auch Augenblicke des gemeinsamen Gebets. Man werde Zeugnisse hören, und es solle eine Bußliturgie und einen abschließenden Gottesdienst geben. Doch reicht das, um der katholischen Hierarchie die Glaubwürdigkeit zurückzugeben, die sie mit den Missbrauchsskandalen der letzten Monate verloren hat? Ist der Vatikan Teil der Lösung – oder Teil des Problems?

Die Abbildungen auf diesen Seiten zeigen die Fassade des Petersdoms an einem in Rom seltenen Nebeltag.
Foto: Paul Badde

Ein Gipfel im Nebel

Es naht das Missbrauchstreffen von Bischöfen aus aller Welt mit dem Papst, und viele wünschen sich, dass sich der Vatikan bei Aufklärung und Aufarbeitung nicht selber ausnimmt

von Guido Horst

Wenn Thomas Reese SJ, ehemaliger Chefredakteur der Papst Franziskus nahestehenden Jesuiten-Zeitschrift „America“ in den Vereinigten Staaten, fünf Gründe nennt, warum der Missbrauchs-Gipfel vom 21. bis 24. Februar im Vatikan scheitern könnte, will das schon etwas heißen. Wird die Phalanx der Franziskus-Anhänger nervös? Heute arbeitet der Autor und Journalist für den „Religion News Service“ (Columbia, South Carolina) und schrieb dort in einem Beitrag, das Treffen der Spitzenvertreter aller Bischofskonferenzen und Ordensoberen aus aller Welt mit Papst und Kurie sei viel zu kurz, um nicht nur an der Oberfläche der Missbrauchskrise zu kratzen. Außerdem seien die Erwartungen an das Treffen viel zu hoch und die Gruppe der dorthin delegierten Bischöfe wegen ihres unterschiedlichen kulturellen Hintergrunds viel zu heterogen. Auch sei das Treffen nicht gut vorbereitet. Erst im November sei das Vorbereitungskomitee für den im September zuvor von Franziskus angekündigten Krisengipfel aktiv geworden. Und schließlich werde der Papst nicht so weit gehen können, konkrete Vorschriften zu erlassen. Er hoffe, er liege mit seinen Befürchtungen falsch, schrieb Reese zum Abschluss, und wünschte dem Gipfel dennoch viel Erfolg.


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