VATICAN-magazin

Niedergänge

Nachruf auf eine Abtei

Hintergründe eines Niedergangs und Hoffnung auf etwas ganz Neues: Das einzige deutsche Trappistenkloster Mariawald schließt seine Pforten

von Freddy Derwahl

Einsam: die Abtei Mariawald in der Eifel, umgeben von Wald und Wiesen. Die Luftaufnahme entstand 2015.
Foto: Xpress

Der Ort hatte immer etwas Unheimliches. Die Abtei liegt einsam im Kermeter-Hochwald der Nordeifel. Strenge Gebäude umgeben von einer weißen Mauer. „Keine Besuche“ heißt es lapidar an der Pforte. In der Klausur lebten nach dem Weltkrieg, der schlimme Spuren hinterließ, siebzig Schweigemönche aus dem Orden der „Zisterzienser von der strengen Observanz, OCSO“. Die Touristen, die in den Sommermonaten zu Tausenden hierher kommen, wurden in der kargen Marienkirche durch Gitterstäbe von der betenden Gemeinschaft getrennt. Selten war eine Distanz in einem Haus Gottes heftiger. Die Mönche verständigten sich mit einer kuriosen Zeichensprache. Von ihnen wusste man, dass sie sich in der Nacht zum Freitag einige Minuten auspeitschten. Auch wurde behauptet, sie schliefen im Sarg, doch ruhten sie, ohne ihr Habit abzulegen, in einem gemeinsamen Schlafsaal mit nach oben geöffneten Zellen. Särge gab es nicht, die Toten wurden im bloßen Ordenskleid beigesetzt. Patres, Novizen und Brüder lebten getrennt. Die liturgischen Zeiten reichten vom Nachtoffizium um 3 Uhr bis zur Komplet um 19.30 Uhr. Dann erloschen die Lampen und im Kerzenschein erklang das sehnsüchtige „Salve Regina“.


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