VATICAN-magazin

Die pilgernde Redaktionskonferenz

Von Mahl zu Mahl

Heute: Le Carré Français
Pâtisserie Boulangerie Bistro Boucherie Épicerie Fromagerie
Via Vittoria Colonna, 30
00139 Roma
Tel.: (0039) 06 / 64 760 625

Heute ist der weltweit neue Loreto-Tag der katholischen Weltkirche, der seit 2019 als neues Hochfest der Menschwerdung Gottes in den Kalender eingetreten ist. Es ist auch der erste Todestag Robert Spaemanns, unseres Abonnenten der ersten Stunde und neuen Lesers im Himmel. Anlass genug, es heute – vor Weihnachten – einmal ein wenig krachen zu lassen nach unseren kulinarischen Erfahrungen in der Asian Gourmet-Bude bei uns um die Ecke. Für unsere Konferenz nehmen wir deshalb zwanzig Minuten zu Fuß in Kauf für das Lokal hinter dem protzigen Justizpalast, weil seine einladende Fassade die beste aller Ehefrauen kürzlich im Vorbeifahren durch das Busfenster der Linie 492 angelacht hat. Vielleicht ist es ja auch ein prophetischer Treffpunkt, weil das Restaurant einen gut katholischen Hahn in seinem Wappen führt, genauer: einen französischen Gockel im Maßanzug auf einem Bistrotstuhl mit einem Baguette unter dem Arm und einem kleinem Glas Rouge in der Rechten.

Die Wände des Bistrots sind bedeckt mit Weinflaschen und Champagner für all die Advocaten, die mit ihren Mandanten hierhin tafeln kommen. Es ist also durch und durch „fransöhsiihsch“, wo wir dieses Heft dennoch mit einem asiatischen Hauptgang beginnen, nämlich mit Kardinal Tagle aus der Millionenmetropole Manila. Er macht uns heute mit „österlichen Menschen“ bekannt und hat chinesische und philippinische Wurzeln. Besonders haben wir ihn aber schon im Blick, seit er nach der Rücktrittsankündigung Papst Benedikts am 11. Februar vor sieben Jahren auffiel, als er in der Reihe der todtraurigen Kardinäle laut auflachte, als er sich von dem obersten Brückenbauer verabschiedete, der da gerade die Brücke des Schiffleins Petri verließ.

Darauf genehmigen wir uns eine Flasche Beaujolais nouveau mit einigen Baguette-Semmelchen und begrüßen Rudolf Gehrig als jüngsten Hirsch an Bord, der uns alten Knacker und die verehrten und geliebten Seniorinnen und Senioren unserer geschätzten Leserschaft ab sofort von seinem Mastkorb aus darüber unterrichten wird, wie jung die Kirche doch ist und wo sie hinsteuert und wann hier endlich wieder Land in Sicht ist, vielleicht sogar ein neuer Kontinent. Ahoi! Dabei unterstützt ihn an Deck heute besonders eindrucksvoll unser Herausgeber Dirk Weisbrod am Tisch des Kapitäns, der zum Jahr des Herrn 2020 endlich unsere schöne Tradition der Bekehrungsgeschichten wieder aufnimmt, diesmal über einen Engel, der uns ab jetzt vorausfliegen soll. Dazu eine französische Zwiebelsuppe (knallheiß und sehr sehr lecker) und für den Chef ein Mantecato di baccala, auch gut, dessen Rezept die Franzosen den Venetiern abgeschaut haben.

Dazu für den Chef ein Teller mit Bœuf bourguignon zum Neidischwerden, weil die Canard à l'Orange daneben nicht ganz so knusprig und grandios ist, wie wir sie aus der Küche der besten aller Ehefrauen in Erinnerung haben. Darüber helfen uns dann Czesław Miłosz, der gläubige Zweifler, hinweg aus der Kombüse Stefan Meetschens und die „Laterne des Lieben Gottes“ aus der Werkstatt Natalie Nordios, die uns ins neue Jahr hineinleuchten soll. Mit schaumigem Kartoffelpüree, das wir in den Trattorien und Pizzerien Roms sonst immer vergeblich suchen.

Die Käsetheke haben wir leider nicht mehr aufgesucht, sondern nur noch im Rausgehen ihren Duft mitgenommen und das köstliche Brot-Aroma aus der Boulangerie. Auf ein Neues! Auf dem Rückweg erinnern wir uns noch einmal an den prophetischen Johannes Paul, der schon vor Jahrzehnten sagte: „Das dritte Jahrtausend wird das Jahrtausend Asiens für die Kirche.“ Hat er es vielleicht schon gesehen? Egal. Heiliger Johannes Paul, bitte für uns und den Heiligen Vater und die Mutter Kirche und auch für Vater Benedikt in seiner Mater Ecclesiae in diesem anbrechenden Schicksalsjahr des Herrn!


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