VATICAN-magazin

Die pilgernde Redaktionskonferenz

Von Mahl zu Mahl

Heute: La Piccola Irpinia
“luoghi di Orazio”
Via Muzio Clementi 69/75
00193 Roma
Tel.: (0039) / 06 / 32 04 508
Sonntags geschlossen

Das „Piccola Irpinia“ ist, was die letzten Dinge angeht, denen dieses Heft gewidmet ist, irgendwie allererste Wahl und zwar auf köstlichste Weise. Das letzte große Erdbeben gab es in der Hügellandschaft von Irpinia, das heißt in Irpinien in Kampagnien, am 23. November 1980, und wenn es in den nicht weit davon entfernten Phlegräischen Feldern eines nahen oder ferneren Tages, wie oft befürchtet, einmal zum Ausbruch des kochenden vulkanischen Ozeans aus unserem Erdinnern durch die hier recht dünne Erdkruste kommen sollte, dann buona notte, Italia! Und gute Nacht Europa, gleich mit!

Dann hätte die ganze Welt andere Probleme als wir, die wir in den letzten drei Wochen ein paar bärtigen Berufsjugendlichen aus Deutschland auf der Jugendsynode im Vatikan bei deren Vorstellungen lauschen mussten, wie sie nun die universale Weltkirche, die sie offensichtlich noch nie so recht kennen gelernt haben, nach ihren Vorstellungen gern in eine zeitgeistflutschige Regenbogenkirche ummodeln möchten. Ein Trost sollte uns dabei sein, dass die 660.000 Mitglieder der katholischen Jugend, die es immer noch geben soll, nach dem bewährten Grundsatz der Hitler-Jugend „Jugend führt Jugend“ geleitet werden. Na Servus! Das Schöne dabei: Manchmal macht es einfach nur Spaß, ein alter Knacker zu sein, aber echt.

Bevor es nun aber wieder so weit kommt, dass Blinde Blinde führen und wir darüber fast das Essen vergessen wie bei unserer letzten Mahl-Konferenz (wegen der untreuen Hirten und Räuber und Kinderschänder im Weinberg des Herrn und ihrer vielen Helfershelfer und Vertuscher), wollen wir uns diesmal gleich an die Stärkung unserer Widerstandskräfte machen. Zuerst mal mit einem erstklassig gemischten Vorspeisenteller vom Buffet. Danach bringt der freundliche Kellner eine köstliche Bohnensuppe an unseren Tisch am Fenster und eine halbe Portion Orechiette alla sorrentina mit Basilikum zu einer Flasche Falanghina-Wein und danach: ein Kalbskotelett, streng durchgebraten, wie der Chef es gern hat, und einen Barsch aus dem Ofen mit Kartoffeln. Was soll uns danach noch schrecken? „Die letzten Dinge“ nicht mehr, die wir bei dieser Gelegenheit als Titelthema beschließen, um Raphaela Schmid in Amerika zu bitten, uns dazu den Leitartikel zu schreiben, getreu unserem neuen Motto: „Ex occidente lux!“

Denn Licht haben wir ja besonders nötig, wenn wir auf das neue Schisma im Osten schauen und den verhängnisvollen Bruch zwischen Konstantinopel und Moskau oder auf die leise und butterweiche Kirchenspaltung im Westen, wo sich unter Papst Franziskus die Kirche Christi gerade in zwei Kirchen spaltet, die eine mit dem Apostelfürsten Paulus, die andere ohne ihn, wie es der erfahrene Exeget Klaus Berger aus den Briefen des Apostels herausliest und darlegt. Hoffentlich verschluckt sich an diesem Beitrag niemand. Vielleicht kommt den nächsten großen Aufregungen ja auch überhaupt schon bald das große Erdbeben zuvor, von dem uns gewiss schon ein Vorbeben an dem Tag erschüttern wird, an dem Benedikt XVI. „zu den Vätern versammelt“ werden wird. Bis dahin wird es nun nicht mehr lange dauern, das ist klar. Da ist es jetzt schon gut, Martin Reders Brief an den „lieben Bruder Tod“ ohne Furcht und Zittern vor den letzten Dingen zu lesen. Dazu als Dolce ein Caprese: Schokolade mit Mandeln und sonst gar nichts. Und einen Schnaps des Hauses für und gegen die ersten und die letzten Dinge. Hier kommen wir wieder hin, wenn der liebe Gott es zulässt.

Nach all den schönen Zitaten Stings, dem neuen Freund von Papst Franziskus, den Stefan Meetschen uns in diesem Heft von Warschau aus vorgestellt und nahe gebracht hat, soll am Schluss aber doch nicht „Roxanne“ vergessen werden, die Hauptfigur jenes Songs, mit dem Sting 1978 als Sänger der Rockband „Police“ seinen Ruhm begründet hat, als Papst Johannes Paul gerade anfing, aus den zwei Blöcken, in die die Erde damals noch zerbrochen war, wieder eine einzige Welt zu formen: „Roxanne!“ hieß es damals in diesem Liebeslied, „You don’t have to put on the red light / Those days are over / You don't have to sell your body to the night (Roxanne, Du musst das rote Licht nicht einschalten. Diese Tage sind vorbei. Du musst deinen Körper nicht an die Nacht verkaufen).“ Das wünschen wir auch unserer geliebten Mutter Kirche: Du musst nicht mehr anschaffen gehen! Hab keine Angst mehr und mach Dich nicht billig. Wir kümmern uns um Dich. Wir sind doch Deine Kinder.


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